Die Collector’s Edition für Battle for Azeroth wird zum ersten Mal ein Storybook beinhalten. In diesem werden zwei Geschichten rund um den Krieg erzählt.

Noch ist die Vorbestellung der Collector’s Edition nicht möglich, aber dennoch gibt es nun weitere Einblicke zu einem der Highlights bei den Inhalten. Während natürlich die handgroße Münze für Allianz und Horde ein tolles Sammlerstück ist, gibt es noch ein wenig Lore in der CE.

Es gibt zwei Novellen, die als Hardcover-Version der CE beiliegen. Es handelt sich hierbei um das Klagelied von Christie Golden und um Ein guter Krieg von Robert Brooks. Die Allianz und die Horde Schildern euch darin jeweils ihre Version der Ereignisse. Nun viel Spaß mit einem ersten Auszug aus den beiden Geschichten.

Allianz - Klagelied

„Kommandantin!“, rief Delaryn. „Kommandantin! Man hat uns angegriffen!“

Anaris wirbelte herum und ihr geschundenes Gesicht verfinsterte sich vor Wut. Ihr Blick wanderte zu Ferryn. „Erklärt es mir.“

Die Schildwachen hielten an. Ihre Erschöpfung verflüchtigte sich angesichts der tatsächlichen Gefahr für ihr Volk und sie hörten wie gebannt zu, während Delaryn sprach.

„Schurken der Horde“, sagte Delaryn. „Viele von ihnen. Sie haben zuerst unsere Nachtsäbler getötet, damit wir die Kunde nicht verbreiten konnten. Viele sind tot. Vannara sagt, es seien Berichte von anderen Außenposten im Eschental eingegangen, die die gleiche Situation beschreiben.“

Für einen kurzen Moment starrte Anaris sie nur an. Dann wirbelte sie zu den Schildwachen herum. „Was steht Ihr hier nur herum? Ihr, lauft zum Hain der Silberschwingen! Seht nach, ob …“

Ferryn stieß ein kehliges, wütendes Knurren aus, doch es war zu spät. Als sie merkte, wie Ferryn sich anspannte, sprang Delaryn von ihm herunter, doch ein Verlassener hatte sich bereits von einem überhängenden Ast fallen lassen.

Er landete direkt auf Anaris’ Rücken und stach mit seinen Doppelklingen zu, noch während sie fiel. Flinker, als ein totes Ding sich bewegen können sollte, rollte der Attentäter auf seine Füße. Einer seiner Dolche vollführte einen sauberen, schnellen Schnitt quer über Maruas Hals und trennte ihr fast den Kopf vom Körper.

Mit einem zornigen Jaulen sprang Ferryn in Richtung des Verlassenen, während Delaryn – viel zu langsam – einen Pfeil zog und ihn in ihren Bogen spannte. Sie nahm verschwommen etwas wahr, und plötzlich erschien ein weiterer Schurke, ein Blutelf, der mit seinen eigenen Klingen Hiebe austeilte, während langes, goldenes Haar wie ein Mantel hinter ihm wehte. Nach einer Zeit, die sich kaum länger als ein Herzschlag angefühlt hatte, lag ein halbes Dutzend Nachtelfen verblutend oder sich vor Qual krümmend auf dem grünen Waldboden.

Endlich fingen sich die Schildwachen wieder. Der Blutelf verschwand im Nu, doch darauf kam es nicht an. Sie würden ihn schon auf seiner feigen Flucht erwischen. Sie sandten einen Pfeilschauer durch die Lücken in den Bäumen, trafen jedoch nichts. Der Sin’dorei war ihnen entschlüpft.

Der Verlassene hatte nicht so viel Glück. Eriadnar hastete zu ihm und zog ihr Schwert. Sie schlug eine Furche quer über den Torso des Mörders und hackte ihm einen Arm ab. Ferryn machte einen Satz und nagelte ihn am Boden fest. Er konnte sich gerade noch zurückhalten, um ihm nicht die Kehle herauszureißen.

Anaris Windholz lag auf dem Waldboden, die Augen geöffnet, doch ohne ihr gewohntes Leuchten. „Kommandantin?“, sagte Eriadnar.

„Sie ist tot“, antwortete Delaryn barsch. Sie war immer noch wütend auf Windholz, auch wenn ihr Zorn die Kommandantin jetzt nicht mehr erreichen konnte.

„Delaryn“, sagte Eriadnar leise, „Ihr seid jetzt die Kommandantin.“

Ja, das war sie. Wie seltsam es klang. Delaryn schüttelte sich und ging auf den Gefangenen zu. Ihr Blick fiel auf die Dolche, die er fallen gelassen hatte, bedeckt mit Anaris’ Blut. Vorsichtig hob sie einen davon auf und nickte dann Ferryn zu. Er wich einen Schritt zurück und grollte den Verlassenen bedrohlich an.

Sie starrte auf ihn herab und kanalisierte ihren Schmerz und Zorn, als sie ausspie: „Sprich mit mir, Verlassener, und vielleicht lasse ich dich am Leben.“

„Leben?“, grunzte er in diesem furchtbaren, hohlen Ton, der für sein Volk charakteristisch war. „Ich lebe schon seit langer Zeit nicht mehr, Elfe.“

„Du magst also Wortspiele? Lass uns doch lieber ein Zahlenspiel spielen.“ Sie gestikulierte in seine Richtung. „Du hast einen Arm weniger. Ich kann zwei daraus machen. Oder noch besser, ich fange klein an. Du hast immer noch fünf Finger. Sag mir etwas Nützliches, Leiche, oder ich mache vier daraus.“

Als er nicht antwortete, kniete sie sich hin, ergriff seine Hand am Gelenk und brachte seine Klinge nahe heran.

„Ich werde reden!“, fauchte er wütend.

Also ist die Klinge vergiftet. Auch wenn er stirbt, will er diese Schmerzen nicht erleiden müssen.

„Was sind deine Befehle?“

Seine toten Lippen legten gelbe Zähne frei. Fauliger Atem stieß Delaryn ins Gesicht, als er lachte. Ihr Magen begehrte auf, doch sie zwang sich dazu, nicht zurückzuweichen.

„Ich hätte gedacht, sie wären eindeutig“, sagte er. „Sind die Intelligenteren etwa als Erste gestorben? Ach nein, warte, es gibt keine intelligenten Nachtelfen. Ein Troll hat sich die Ohren eines anderen Kommandanten geschnappt, weißt du. Er trägt sie jetzt.“

Ihr war klar, dass das gar nicht so unwahrscheinlich war. Doch Delaryn fiel nicht auf den Köder herein. „Keine Val’kyr bringt dich zurück, wenn ich dir das hier in die Kehle ramme.“

Delaryn betrachtete die Klinge.

„Was für eine Art von Gift hast du benutzt?“, fragte sie beiläufig. „Ich schätze, es verursacht Schmerzen – ihr Verlassenen mögt solche Gifte. Wenn du mir nicht bald etwas Nützliches sagst, könnte ich zu dem Schluss kommen, dass du Zeit schindest und mir gar nichts zu sagen hast.“ Ihre Stimme war kalt.

„Welcher Gefangene würde denn keine Zeit schinden? Existenz ist etwas Wertvolles. Selbst wir wissen das.“

Es stimmte. Die Nachtelfen hatten großen Respekt vor dem Leben. Sie folterten keine Gefangenen und erfreuten sich auch nicht an unnötigen Opfern. Doch sie hatten keine Verwendung für Monstrositäten wie die Verlassenen.

Irgendetwas in ihrem Inneren wurde so hart wie Fels. Delaryn hielt die Klinge wenige Millimeter vor seinen Zeigefinger. „Strapaziere. Meine. Geduld. Nicht.“

Die grausame Schadenfreude wich aus seinen verrottenden Gesichtszügen, als er merkte, dass das nicht bloß eine leere Drohung war. „Ihr könnt nicht siegen“, sagte er. „Wir sind überall. Habt ihr noch nicht begriffen, dass all eure Posten angegriffen werden? Dutzende meiner Art sind mit unseren schmerzvollen Giften über sie hergefallen. Und eure schlauen Jäger, eure gerühmten Schildwachen, eure schleichenden Druiden – keiner hatte auch nur die geringste Ahnung.“

Delaryn dachte an den Druiden, der mit seiner Botschaft zur Silberwindzuflucht geflogen war. Einige Außenposten hatten tatsächlich einen Überraschungsangriff gemeldet. Doch irgendetwas in den Worten des Verlassenen fühlte sich erzwungen an.

„Du willst mich täuschen“, blaffte Delaryn. „Was ist euer Plan? Die Horde marschierte gen Silithus. Warum der Umweg über das Eschent…“

Und dann wurde ihr die Antwort selbst klar, so überdeutlich, dass es sich anfühlte, als hätte ihr jemand ein Messer in den Bauch gerammt.

Die Flotte der Nachtelfen segelte nach Feralas.

Tyrande war in Sturmwind.

„Ihr macht einen Weg frei“, murmelte sie entsetzt.

Der Verlassene antwortete nicht, sondern lachte wieder.

Delaryn hob den Dolch, doch aus dem Lachen des Schurken wurde ein röchelndes Husten. Zähe Flüssigkeit spritzte aus seinem Hals und dann lag er still. Er hatte sie getäuscht. Seine Wunden hatten ihm das Leben genommen, bevor sie es konnte. Delaryn verschwendete keine Energie auf Frust über den letzten Streich des Verlassenen oder die wertvollen Minuten, die sie mit seiner Befragung verbracht hatte. Sie hatte schon genug Zeit verloren.

Sie sprang auf die Beine. „Eriadnar, seid Ihr verletzt?“

„Nein, Kommandantin.“

„Dann lauft, Schwester“, sagte sie. „Lauft so schnell Ihr könnt nach Darnassus. Kämpft nicht. Haltet nicht an. Versteckt Euch, wenn Ihr müsst. Aber bringt diese Botschaft nach Darnassus. Sagt Malfurion, dass eine Armee kommt.“

Ferryn verwandelte sich wieder in seine Kaldoreigestalt zurück. „Ich kann schneller fliegen, als sie laufen kann“, bot er an.

Delaryn schüttelte den Kopf. „Für dich habe ich eine andere Aufgabe. Geht, Eriadnar. Möge Elune Euch leiten.“

Die Schildwache nickte mit weit aufgerissenen Augen und befolgte ihren Befehl so geschwind wie ein Pfeil, der von einem Bogen abgeschossen wurde.

Delaryn wandte sich an Ferryn. „Geh ins Brachland. Die Horde kommt. Wir müssen wissen, wie viel Zeit uns bis zu ihrer Ankunft bleibt. Geh immer weiter, bis du sie sehen kannst. Lass dich nur in Kämpfe verwickeln, wenn es unbedingt sein muss. Bleib am Leben und melde dich bei mir zurück.“

Er nickte. Sie sahen einander einen Moment lang an. Worte waren nicht nötig. Sie waren schon unzählige Male in die Schlacht gezogen, manchmal zusammen, manchmal jeder für sich. Jetzt wurden sie erneut in die Schlacht gestürzt.

Im selben Augenblick griffen sie nach einander, küssten sich innig und wandten sich dann wieder ihren Pflichten zu.

Ferryn wusste es nicht, doch jedes Mal, wenn sie sich trennten, betete Delaryn zu Elune um seine Sicherheit. Sie bat nun erneut um diese Gunst. Und zum allerersten Mal hatte sie die leise Vorahnung, dass die schöne, liebevolle Mondgöttin das Gebet in dieser Schlacht nicht erhören würde.

Horde - Ein guter Krieg
Das Gesicht des Elfen verzerrte sich zu einer Grimasse, und einen kurzen Augenblick dachte Saurfang, er würde anfangen zu weinen. Aber nein – mit seinem letzten Atemzug spuckte der sterbende Schurke auf Saurfangs Stiefel und hinterließ dabei Fäden aus Blut und Speichel auf seiner Rüstung. Dann erstarrte er.

Morka trat neben Saurfang, je ein Beil in jeder Hand. Es war zu schnell vorüber gewesen, als dass sie ihre Waffen hätte einsetzen können. „Aufsässig bis zu seinem Tod“, bemerkte sie. „Sein Volk wäre stolz.“

Saurfang stimmte zu. Solche Entschlossenheit. Und ich habe seinen Namen nie erfahren.

„Ihr habt gute Arbeit geleistet, diesen Assassinen zu erkennen“, sagte Saurfang zu ihr. „Doch er hätte niemals so weit kommen sollen.“

Schnaubend verließ er das Gasthaus. Belagerungseinheiten, Wachen und Soldaten standen ringsherum. Astranaar platzte beinahe aus den Nähten vor Kriegern der Horde, doch niemand hatte den Fremden in ihrer Mitte bemerkt. Niemand hatte ihn herausgefordert.

Er würde ihnen diese Verfehlung nur zu gerne bis ins letzte Detail aufzeigen.

„Hört mir gut zu!“, begann er. Köpfe drehten sich zu ihm um. Blicke musterten das Blut auf seiner Axt und seiner Rüstung.

„Muss die Horde wirklich daran erinnert werden, dass wir im Krieg sind? Braucht die Horde …“

Und dann hielt er inne. Sein nächster Herzschlag schien eine Ewigkeit anzuhalten. Sein erschöpftes Hirn hatte endlich zu seinen hartverdienten Überlebensinstinkten aufgeschlossen. Dieser Junge war nicht geschickt worden, um ihn zu töten.

Er sollte Saurfang nach draußen locken.

In seiner Eile, die Wachen zu belehren, hatte Saurfang genau das getan, was der Junge beabsichtigt hatte. Du hast dich gerade selbst getötet, du alter Narr. Er drehte sich um und stürzte zurück ins Gasthaus. Einen Augenblick später bebte die Erde, als Malfurion Sturmgrimm an just der Stelle landete, an der er soeben noch gestanden hatte.

„Lok-Narash!“, schrie er. Zu den Waffen!

Seine Ratgeber und Taktiker bildeten im Schankraum bereits eine Linie und zogen ihn hinter sich, bereit für den Kampf. Wie viele Gebäude der Nachtelfen war auch dieses nach drei Seiten hin geöffnet, sodass ihnen ein freier Blick auf das sich draußen ausbreitende Chaos gewährt war. Die Belagerungsmannschaften versuchten hastig, von Malfurion wegzukommen, nur um hinterrücks von Pfeilen und Klingen getötet zu werden.

Es war nicht nur Malfurion. Das war das letzte Gefecht der Kaldorei im Eschental, ein vernichtender Schlag gegen den Kommandanten dieses Krieges. Und Saurfang – sie hatten ihn so leicht in die Falle gelockt. Astranaar war eine nur beschränkt zugängliche Insel. Leicht zu verteidigen.

Unmöglich, von ihr zu fliehen.

Und Saurfang hatte gerade in einem Gebäude Obdach gesucht, das kaum Mauern besaß. Um einen Erzdruiden zu bekämpfen.

Das ist das Ende.

Als draußen der Lärm des Chaos erklang, verdunkelte sich das Gasthaus. Malfurion Sturmgrimm trat durch den Eingang herein, sein Blick auf Saurfang gerichtet. Drei der Ratgeber des Hochfürsten stürmten auf ihn zu.

„Nein!“, rief Saurfang.

Malfurion machte eine Bewegung, und die Metallklauen an seinen Handgelenken setzten dem Angriff der zwei Orcs und des Blutelfen ein jähes Ende. Er trat über ihre Leichen in den Raum hinein.

Morka packte Saurfang an der Schulter. „Lauft, Hochfürst“, sagte sie. „Wir erkaufen Euch Zeit.“

Nein, das würden sie nicht. Nicht mehr als einen Herzschlag. Es war an der Zeit, ehrenvoll zu sterben. „Nehmt die Karten“, flüsterte er. „Bringt sie dem Kriegshäuptling.“

Morka riss die Augen auf, doch Saurfang drehte sich um und brüllte: „Malfurion Sturmgrimm! Ich fordere Euch zum Mak’gora heraus!“

Seine eigenen Worte kamen ihm fremd und absonderlich vor. Welchen Sinn konnte ein Nachtelf an einem orcischen Duell finden, das nur einer überleben würde? Es spielte keine Rolle. Malfurion war wegen Saurfang hier. Er würde sich nicht mit der Verfolgung seiner Ratgeber befassen.

Saurfang blickte zu den anderen Kriegern der Horde im Gasthaus hinüber. In Anbetracht ihrer Verwirrung erhob er seine Stimme noch intensiver. „Sturmgrimm gehört mir, Ihr fauligen Maden! Wenn Ihr das Gasthaus nicht innerhalb von fünf Sekunden verlassen habt, werde ich Euch persönlich töten!“

Morka sah zornig aus, doch sie gehorchte. Sie griff die Transportrolle mit den Karten und rannte aus dem Gebäude. Der Rest folgte ihr rasch.

Malfurion wandte seinen Blick nicht von Saurfang ab. „Ein Duell, Saurfang?“, fragte er ruhig – eine Ruhe, die sich mit jener im Auge des Sturmes vergleichen ließ. Eine Ruhe wie die Erde eines frisch ausgehobenen Grabes. Der Erzdruide ging langsam auf Saurfang zu. „Glaubt Ihr, ich hätte auch nur das geringste Interesse an einem Duell?“

„Es steht Euch frei zu fliehen, wenn Ihr Euch fürchtet“, sagte Saurfang. Er versuchte, Zeit zu schinden. Das war alles. Saurfangs einzige Hoffnung auf den Sieg bestand darin, dass die jüngsten Truppenbewegungen der Horde an Sylvanas übergeben werden konnten, sodass die Schlacht fortgesetzt werden konnte. „Oder nehmt es mit mir auf und seht, ob ich fallen werde.“

Malfurion sagte nichts. Er hob die Arme. Das Gasthaus erzitterte. Die hölzernen Dielen und Dachbalken knarzten und ächzten.

Saurfang bleckte die Zähne. Die Macht der Natur lag nicht in dem Hieb einer Faust oder dem Stoß einer Klinge. Sie wirkte dort, wo ein Wald durch eine Feuersbrunst verzehrt und doch nach nur einigen Jahren zurückkehren konnte. Sie wirkte dort, wo eine mächtige, sich selbst überlassene Stadt nach nur einem einzigen Jahrzehnt vom Wachstum der Pflanzen verschlungen wurde. Sie wirkte in tausend Generationen von Jägern und Beute, die denselben Instinkten ihrer Vorfahren folgten.

In den Händen eines Druiden konnte die Macht der Jahrhunderte in eine Minute gebündelt werden. In Malfurions Händen …

Dieses Gasthaus und alles in seinem Inneren würde binnen Sekunden wieder der Erde anheimfallen.

Saurfang sprang mit erhobener Axt vor, während Ranken und Wurzeln das Gasthaus auseinanderrissen. Malfurion wich seinem Schlag mühelos aus und die Metallklauen an seinen Händen rasten auf Saurfangs Schädel zu. Der Orc schlug sie mit dem Stiel seiner Axt zur Seite. Gerade so.

Saurfang brüllte, seine Axt sauste mit einem Pfeifen durch die Luft und Malfurions zweiter Schlag bohrte sich in die Lücke, wo Saurfangs Schulterplatten an den Rest seiner Rüstung anschlossen. Blut tropfte auf den Boden. Wurzeln, zahllose Wurzeln, ein ganzer Wald an Wurzeln griff nach Saurfangs Knöcheln. Er wich ihnen gekonnt aus und hackte auf die Pflanzen ein, wann immer sie ihn zu fassen versuchten.

Als Teile des Gasthauses rund um seinen Kopf herabzustürzen begannen, akzeptierte der Orc seinen Tod. Gegen eine Kreatur wie Sturmgrimm lag keine Schande in der Niederlage. Saurfang musste schlichtweg seinem Ende entgegenblicken, jedoch ohne dabei zu kapitulieren.

Ein plötzlicher Stoß riss ihn von den Füßen und ließ sein Sichtfeld verschwimmen. Saurfang schloss die Augen. Es ist getan. Seine Hände wurden taub und prickelten vor der dunklen Energie, die die Ruinen des Gasthauses erfüllte …

Dunkle Energie?

Saurfang öffnete die Augen. Malfurion sah ihn nicht an. Seine Arme kreuzten sich vor seinem Gesicht, als ein in violetten Rauch getauchter Pfeil direkt vor ihm explodierte. Smaragdgrünes Licht erhob sich gegen die Dunkelheit und Malfurion stürzte sich auf Sylvanas Windläufer, die einen weiteren Pfeil angelegt und auf ihn gerichtet hatte.

Saurfang wäre aufgesprungen, doch seine Beine verweigerten sich ihm.

Dann brach das Gasthaus über ihm zusammen, und er spürte nur noch Dunkelheit und Schmerz. Doch er war nicht tot. Noch nicht.

Der Tod sollte nicht so sehr wehtun.

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