Durch einen Tweet der Kollegen von wowcheck.de bin ich mal wieder auf einen Gedanken gekommen, den ich des Öfteren einmal habe und den ich heute mit euch teilen möchte. Im Tweet seht ihr, dass jemand alle sechs bisherigen Collectors Editions von World of Warcraft besitzt (bin mir nicht ganz sicher, ob diese dem Kollegen gehören). Ein Traum, den auch ich habe, da ich bisher nur Cataclysm, Mists of Pandaria und Warlords of Draenor besitze. Die ersten drei werden mich allerdings wohl um 1500 bis 2000 Euro kosten, so dass als nächstes erst einmal nur Wrath of the Lich King für rund 300 Euro auf dem Plan steht.

Nun aber zu meinem Gedanken, der auch bestimmend ist für diese Kolumne: das Spiel meines Lebens. World of Warcraft war das erste MMORPG, das ich wirklich gespielt habe und nicht nur kurz reinschaute. Es ist das MMORPG, das ich damals kurz nach Release zusammen mit meinem Bruder gekauft habe und das MMO, bei dem ich meine Eltern überzeugen musste, warum ich ihre Kreditkarte monatlich mit 13 Euro für ein Computerspiel belasten muss.

World_of_WarcraftKleine Anekdote am Rande: Noch eine Woche vor dem Kauf standen wir (mein Bruder und ich) im Elekro-Laden hinter jemanden, der sich WoW gekauft hat und haben nur mit dem Kopf geschüttelt wie man das kaufen und dann auch noch 13 Euro im Monat dafür zahlen kann. Mittlerweile zahle ich seit fast 11 Jahren die 13 Euro im Monat.

Was hat sich damals nur für eine unglaubliche Welt für mich eröffnet. Azeroth hatte mich schon nach kurzer Zeit vollständig in seinen Bann gezogen. Die Welt war groß, sie war gefährlich, alles war anders, aufregend und alles war völlig neu. Andere Spieler zu sehen und mit ihnen im Spiel zu interagieren, war eine vollkommen neue Erfahrung. Knapp sechs Monate habe ich gebraucht um meinen Magier namens Sankar auf Stufe 60 zu bekommen (heute ein wohl genährter Stufe 100 Pandaren).

Meine Erinnerungen beinhalten wundervolle Momente, wie ich mir zum Beispiel geschworen habe, dass ich mich auf Stufe 60 an jedem rächen werde, der mich im unteren Level-Bereich ständig töten musste (PvP-Server Dethecus). Ebenso veranlasste mein Zorn mich dazu, dass ich selbst Spieler im Low-Level ständig töten musste, Arrrr!

Daneben gibt es Erinnerungen an Dungeons, in denen ich 6-8 Stunden mit Fremden oder mit den vielen neuen Freunden aus der Gilde verbachte, an Raids mit 40 Mann und einiger epischer Bosskills, die für immer ein Teil meines Lebens sein werden. So viele soziale Kontakte sind entstanden und manch einer besteht noch bis heute. Gildentreffen waren eine nie zu vergessene Erfahrung und einfach nur großartig.

Die Erinnerungen an das Spiel selbst sind natürlich großteils viel schöner, als man sie heute erleben würde. Vermutlich würde man das meiste heute als puren und brutalen Grind einordnen, der es mit jedem Asia-Grind-MMO aufnehmen kann. Aber WoW hat einen Weg geebnet, der heute für mich in MMO-Sankar mündete und aufgrund dessen ich zum MMO-Spieler wurde. Doch nie war eine andere Welt ein solch magischer Punkt für mich wie Azeroth, wie World of Warcraft. So viel liebe zum Detail, so viel Humor, solch tolle Charaktere, so viele legendäre Momente und vor allem so viel Mut zu Experimenten (man denke an das ein oder andere Feature, was schlussendlich nicht so gut ankam).

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Heute ist mir bewusst, dass dieses Spiel und diese Welt für mich sehr viel bedeuten. Wenn ich aktuell die WoW Legion Alpha spiele und immer wieder Gänsehaut bekomme, dann spüre ich mit welcher Leidenschaft ich an diesem Spiel hänge. In diese Welt kann ich wie in keine andere eintauchen. Mein Herz hängt an diesem Spiel – es ist eine der Lieben meines Lebens. Kann man soweit gehen und dies so sagen? Auf jeden Fall, denn wenn man Jahre an Spielzeit mit etwas verbringt, dann ist es mehr als nur ein Hobby oder eine Beschäftigung. Es ist mehr als nur eine Leidenschaft, es ist ein Teil von einem selbst. Zumindest ist es das aus meiner Sicht.

Es ist auch nicht verwerflich oder gar gleich furchterregend (unnormal usw.), wenn man sagt, dass World of Warcraft einem auch in schweren Zeiten geholfen hat. Es gibt viele Spieler, die aus dem Spiel Kraft für ihr eigenes Leben gewonnen haben (schwere Schicksalsschläge überwunden haben) und auch ich habe es genossen dank WoW die ein oder andere schwere Stunde meines bisherigen Lebens mit etwas aufzuhellen. Vielleicht einen Moment eine Welt zu verlassen, die für den Augenblick nicht die war, auf der man sich befinden wollte. Auch das kann ein Spiel schaffen, auch das war und ist World of Warcraft für mich: die andere Welt, die andere Heimat.

Ich danke Blizzard dafür, dass sie ein verdammt tolles Team sind und das sie eine Welt, sowie ein Spiel geschaffen haben, das für mich unvergleichlich ist. Vor allem freue ich mich jeden Tag darauf mich wieder in WoW einzuloggen und das ist nach 11 Jahren durchaus bemerkenswert.

Für mich bleibt folgendes als Fazit: World of Warcraft ist das Spiel meines Lebens. Es war das erste in diesem Genre für mich und wurde zu einem großen Teil meines Lebens. Die Frau an meiner Seite wurde ebenfalls von Azeroth infiziert und so verbindet die Welt für mich immer mehr.

Zwar werden noch viele Spiele in meinem Leben folgen und natürlich wird auch WoW irgendwann enden, aber die Erinnerungen werden immer bleiben. Was einmal geliebt wurde, verlässt einen niemals ganz.

Es wird zudem immer der Beginn einer Liebe für ein ganz besonderes Genre sein.

Zum Schluss möchte ich noch jedem die Dokumentation von Blizzard zum 10-jährigen Geburtstag von World of Warcraft ans Herz legen. Einfach wunderschön. Danke Blizzard für dieses Spiel und für die Bereicherung meines Lebens.