Das neue MMO Black Desert Online ist derzeit in aller Munde und absolviert an diesem Wochenende seine finale, zweite Beta. Falls ihr das Game auch gern mal probieren möchtet, könnt ihr gern bei unserem Partner Gamesrocket (Affiliate Link) einen Beta Key erwerben und euch selbst ein Bild bis Dienstag 22. Februar 8 Uhr machen. Der Release von Black Desert Online ist für den 3. März geplant und bis zum 26. Februar könnt ihr noch vorbestellen.

Black Desert Online Ersteindruck

Zum Start der zweiten Betaphase habe ich glücklicherweise einen Beta Key von der offiziellen Seite ergattern können, nachdem ich mir den umfangreichen Charaktereditor heruntergeladen und angeschaut hatte. Gestern Vormittag ging es dann endlich los und auch ich konnte mir die neue Welt von Black Desert Online anschauen.

Die Systemanforderungen

Die Systemanforderungen halten sich bei Black Desert Online wirklich im Rahmen, wodurch so ziemlich jeder das Spiel spielen kann. Bei MMOs ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor, denn es lebt von seiner am besten großen Community. Wenn dort bereits durch zu hohe Systemanforderungen ein Großteil der Spielerschaft ausgeschlossen werden würde, wäre das keine gute Voraussetzung für ein MMO.

Die minimalen Systemvorraussetzungen für Black Desert Online:

  • 32 bit Windows 7 oder 8
  • Intel Core i3-530 2.9GHz
  • 4 GB RAM
  • GTS 250 / GeForce 9800 GTX / Radeon HD 6770

Die empfohlenen Spezifikationen für Black Desert Online:

  • 64 bit Windows 7 oder 8
  • Intel Core i5-650 3.2GHz
  • 6 GB RAM
  • GTX 650 / GTX 550ti / Radeon HD7770 / Radeon HD 6770

Die Grafik

Die im Vorfeld hoch gelobte Grafik hielt, was sie versprach und die detailgetreuen Charaktere sehen auch nach dem Editor im Spiel noch gut aus. Im Charaktereditor kann man sich so richtig austoben und hat unendlich viele Möglichkeiten seinen Charakter anzupassen, da sogar einzelne Haarsträhnen oder Gesichtspartien angepasst werden können. Allerdings kann diese große Freiheit für unkreative Spieler schnell zum Verhängnis werden, denn nach der Wahl der Klasse wird einem der stereotypische Charakter vorgegeben. Es besteht keine Möglichkeit das Geschlecht zu wechseln, also Augen auf bei der Klassenwahl, noch besteht per schneller Auswahlfunktion die Möglichkeit den Charakter grob editieren. Wer sich also nicht im Editor verlieren will, passt schnell die Haarfarbe an und startet das Abenteuer, was dazu führt, dass man anderen Charakteren der eigenen Klasse häufig zum Verwechseln ähnlich sieht. Eigentlich schade, aber nicht jeder hat und will die Zeit in den Charaktereditor investieren. Ein bisschen vorgegebene Vielfalt bei der Charakterauswahl wäre dort hilfreich. Ich für meinen Teil war mit der schieren Anzahl an Möglichkeiten bereits überfordert, sodass ich nur die nötigsten Anpassungen vorgenommen hatte.

Black Desert Online Ersteindruck Grafik

Im Spiel angekommen bemerkte man dann auch schnell die Schattenseiten des hohen Detailgrades, denn bei größeren Ansammlungen werden die Charaktere nur noch grob dargestellt. Während bei anderen MMOs, die nicht mit realistischer Grafik glänzen auch großere Mengen von Charakteren die Immersion nicht stören, wirkt die Menschentraube in Black Desert Online eher abstoßend und lässt das Gefühl aufkommen man befinde sich in einem älteren Spiel.

Die Steuerung

Der Einstieg in Black Desert Online wird wirklich sehr angenehm gestaltet, da man durch umfangreiche Hinweise und eingeblendete Tutorialvideos auf alle Aspekte der Steuerung des Games nach und nach hingewiesen wird. Gelaufen wird wie üblich mit WASD und mit Tab in den Kampfmodus umgeschalten. Das aktive Kampfsystem mit Fadenkreuz ist in MMOs seit einiger Zeit beliebt und sorgt für ein schnelleres und intensiveres Kampfgefühl. Neben dem normalen automatischem Laufen haben sich die Entwickler aber auch dazu entschlossen ein automatisches Laufen zum Questort zu ermöglichen. Sobald ihr die Taste T drückt, lauft ihr automatisch zum nächsten Questzielort. Ich für meinen Teil fand das ziemlich toll, denn beim längeren Questen und Leveln schaut man sich nur noch selten in der Gegend um und möchte lieber schnell EP sammeln. Spieler, die solche Möglichkeiten nicht mögen, können aber wie gewohnt die Landschaft erkunden und auch mal einen Umweg zur nächsten Quest laufen.

Black Desert Online Ersteindruck Steuerung

Allerdings hat die Technik auch ihre Tücken und so blieb mein Charakter beim mittlerweile gewohnten T drücken an einem Berg hängen. Stures geradeaus laufen, statt links drehen zum Zielort während ich mich mit neuen Getränken versorgte. Wer an dieser Stelle reinen Grind von Quest A nach B unterstellt, liegt damit nicht ganz falsch, dabei muss man aber bedenken, dass man dies vor allem in den niedrigeren Levelgebieten anwenden kann, wo noch keine Gefahr durch feindliche NPC oder Spieler besteht. In den späteren Gebieten auf dem Weg zum Maximallevel 55 kann ich mir nur noch bedingt vorstellen, diese Funktion zu nutzen.

Ein weiterer Pluspunkt der Steuerung, aber mittlerweile von allen MMOs vorausgesetzt, war das komplett anpassbare Interface. Die einzelnen Elemente lassen sich verschieben und in ihrer Größe anpassen, wie man es möchte. Somit kann man das Interface nach seinen Wünschen gestalten und kann es sich im Zweifelsfall einrichten, wie man es von vorherigen MMOs gewohnt ist.

Was die Steuerung etwas nervig machte, waren vor allem die Dialoge mit den NPC, welche nicht automatisch, sondern mit Esc geschlossen werden müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob man diese Funktion noch in den Einstellungen anpassen kann, aber auf Dauer war es ziemlich nervig noch manuell das Dialogfenster nach der letzten Antwort schließen zu müssen.

Die Lokalisierung

Auch wenn es genügend Spieler gibt, die mittlerweile alle Games in Englisch spielen, genieße ich den Großteil meiner MMOs auf Deutsch und bin froh, dass sie entsprechend lokalisiert werden. Die Entwickler kündigten für die zweite Beta bereits an, dass nicht alle Übersetzungen für Deutsch und Französisch in der Beta vorhanden sein werden. Dennoch möchte ich dies als Schwachstelle anmerken, wenn man bedenkt, dass in zwei Wochen der Release bevorsteht. Selbst im Startgebiet waren viele Texte nur in Englisch ohne deutsche Untertitel vorhanden. Außerdem waren Questtexte teilweise irreführend, da dort andere Gegner genannt wurden, als eigentlich für die Quest benötigt. Dort besteht auf jeden Fall noch Nachholbedarf und ich hoffe, dass Daum Games solche Patzer noch bis zum Release Anfang März in den Griff bekommt.

Die Spielmechaniken

Die Anzahl an Features liest sich bei Black Desert Online bereits sehr gut. Passend zum umfangreichen Charaktereditor gibt es auch ein Färbesystem mit der Option Farbstoffe auch selbst zu mischen und damit neue Farben zu kreieren. Ihr könnt euren Charakter also wirklich komplett individualisieren. Außerdem wirkt das Berufesystem sehr komplex. Bekannte Fähigkeiten zur Herstellung, wie Alchemie oder Schmiedekunst, können erlernt und individuell ausgebaut werden. Darüberhinaus besteht die Möglichkeit wilde Pferde zu zähmen oder fischen zu gehen. Ein Housing-System ist ebenfalls vorhanden, um die eigene Behausung zu dekorieren.

Der Perlenladen

Black Desert Online hat sich für ein buy to play Modell entschieden, also einmalig Spiel kaufen und loslegen, wie Guild Wars 2. Verschiedene Pakete können noch bis zum 26. Febraur vorbestellt werden, um früheren Zugang und weitere Boni zu erhalten. Für die Finanzierung nach dem Release gibt es den Perlenladen, der es mit seinen Preisen ordentlich in sich hat.

Black Desert Online Ersteindruck Perlenladen

Wie in jedem ingame Shop finden sich auch im Perlenladen vor allem kosmetische Inhalte, wie Kostüme, Reittiere, Begleiter oder Möbel. Soweit noch nicht schlimm, würde ein Kostüm inklusive Waffe nicht umgerechnet etwa 32 Euro kosten. Für einen Skin, den jeweils nur ein Charakter tragen kann, also nicht mal euer gesamter Account, ist das dann doch sehr dreist, aber es wird noch besser. Wer nämlich seine Inventarplätze erweitern will, kann dies natürlich über den Shop tun, muss dann aber etwa 1 Euro pro Slot ausgeben. Bei bis zu 192 Inventarplätzen kommt da schnell was zusammen. Bei Haustieren mit etwa 10 Euro und Reittieren für etwa 20 Euro bewegt sich Black Desert Online aber wieder im Rahmen gängiger MMO-Kollegen.

Mein Fazit

Bei Black Desert Online handelt es sich um eine solides MMO, welches aber kaum Neuerungen mit sich bringt. Für Neulinge bietet es dank dem guten Tutorial einen schönen Einstieg mit geringem Frustlevel. Zum Start wartet es bereits mit Features, wie dem Handwerkssystem oder Behausungen auf, die auch gern zum Überbrücken von content-schwächeren Zeiten genutzt werden. Für MMO-Veteranen hat das Game aber kaum Neues zu bieten. Der Shop ist viel zu teuer und die Grafik reißt einen auch nicht mehr vom Hocker, wenn es keine neuen Inhalte gibt. Im Endgame soll es wohl vor allem um PVP gehen, aber Inhalte für PVE-Spieler fehlen noch. Wer sich nicht gerade für Berufe oder sein Traumhaus begeistern kann, wird dort eventuell schnell Frust auf Stufe 55 schieben. Solltet ihr also bereits ein MMO haben, in dem ihr euch wohl fühlt, lohnt ein Umstieg nicht wirklich, denn das Genre revolutionieren wird Black Desert Online nicht.

Einen weiteren ersten Eindruck hat euch bereits unser Sputti im Video gegeben.

Vorheriger ArtikelBlack Desert – Ein erstes Fazit von Sputti
Nächster ArtikelDie Woche zur neuen Klasse Paktierer
Amalindis
Amalindis spielte bereits einige MMO’s, wobei sie 2005 mit Guild Wars anfing, NCSoft immer treu blieb, aber auch in World of Warcraft und SWTOR regelmäßig ihr Unwesen treibt. Auch Guild Wars 2 und WildStar hat sie ausführlich gespielt. Wenn der Rechner mal aus ist, dann darf es gern auf diversen Nintendo-Konsolen weiter gehen, denn die Kindheitserinnerungen an Super Mario und Donkey Kong werden regelmäßig aufgefrischt. Am besten gefällt ihr die Rolle als Heilerin und so versucht sie in jedem MMO eine Support-Klasse zu finden.