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WoW Interview mit Deepshades von Echo: „Splitraids sind grauenvoll“

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Echo hat WoW Shadowlands als beste Gilde der Welt beendet. Wir haben mit Top-Spieler Deepshades im Interview über den letzten Raid und das RWF gesprochen.

Es war ein unglaublich spannendes World First Rennen im Mausoleum der Ersten. Ganze 19 Tage hat es schlussendlich gedauert bis es der EU-Gilde Echo gelungen war den Kerkermeister zu bezwingen. Eine herausragende Leistung, die viel mit einer guten Vorbereitung, Disziplin, Skill, Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen zu tun hatte.

Nachdem nun bei Echo die ganz stressige Zeit des Race to World First vorbei ist, war Deepshades von Echo so freundlich uns im Interview ein paar Fragen zu beantworten. Dabei ging es natürlich vor allem um das World First Race, die Vorbereitung, den Raid an sich und die Bosskämpfe.

Wer ist Deepshades? Deepshades heißt im realen Leben Fabian, ist 25 Jahre alt und ein professioneller WoW-Spieler für Echo. Er spielt WoW bereits seit Wrath of the Lich King und ist vor allem für seinen Hexenmeister bekannt. Mehr zu Deepshades erfahrt ihr unter anderem auf seinem Twitch-Kanal.

Unser Interview mit Deepshades

Allgemein schienen die Anstrengungen für das RWF dieses Mal besonders hoch gewesen zu sein oder täuscht der Eindruck von außen?

Seit Sanctum of Domination (Anm. d. Red.: Sanktum der Herrschaft) haben wir unsere Vorbereitung nochmal extrem angepasst und erweitert. Dieses World 1st Race war sehr wichtig, da es darum geht wer die Expansion gewinnt und generell ist das letzte Rennen einer Erweiterung immer das Schwierigste. Wir haben definitiv sehr viel Zeit und Arbeit in dieses Tier gesteckt.

Wie lange liefen bei euch die Vorbereitungen und was macht man als World First Spieler um sich auf den neuen Raid vorzubereiten?

Es fängt natürlich alles mit den PTR Tests an und 2-3 Wochen bevor das Tier startet, beginnen wir mit vielen Gesprächen innerhalb der Gilde wie wir die Bosse spielen möchten und welche Klassen wir vorbereiten. Unsere Offiziere und Coder starten sogar noch früher und bereiten Splits, Weak Auren etc für die Gilde vor.

Der Mythisch-Start war kurios. Am ersten Tag hat keine der Top-Gilden den Mythisch-Modus betreten. Ihr habt euch stattdessen weiter auf Splitraids für Gear und vor allem Tier-Sets konzentriert. Offensichtlich war ein 4er-T-Set-Bonus extrem wichtig mit Blick auf den Progress übers gesamte Rennen. Wie fandest du das aus Raidersicht?

Ich finde die ganzen Splits und alles, was nicht mit dem Mythischen Raid zu tun hat, grauenvoll.

Spieler haben allgemein lange die Rückkehr der Klassensets gefordert. Wie findest du die Umsetzung von Blizzard in diesem Tier? Haben die Setboni euch insgesamt gefallen?

Ich war sehr glücklich über die Wiedereinführung der Tier Sets. Mein Set (Hexenmeister) hat mir gut gefallen und ich hoffe, dass Blizzard Tier Sets in der Zukunft beibehält. Der einzige Minuspunkt war natürlich die Anschaffung.

Ich nehme an, dass euch die Möglichkeit zur Verteilung der Setteile nicht gefallen hat, nachdem Blizzard diese darauf beschränkte, dass man ein Setteil bereits im Slot haben muss, um eines weiterzugeben. Hat das eure Vorbereitung sehr durcheinander gebracht und euch vielleicht auch frustriert?

Frustriert hat es uns definitiv im ersten Moment aber unsere Gildenführung hat zum Glück einen Weg gefunden uns trotzdem mit Tier Sets auszustatten.

Das World First Race ging dieses Mal sehr lange und ihr habt drei Mythisch IDs gebraucht um den Kerkermeister zu bezwingen. Was hältst du davon, dass das eigentliche Rennen über drei Wochen andauert?

Ich habe lange Rennen in der Vergangenheit schon immer geliebt und muss sagen, dass die letzten Rennen definitiv zu kurz waren. Meiner Meinung nach sind 10-14 Tage ideal. Selbst dieses Rennen war nicht „zu lang“ für mich, aber die Menge der Splits haben definitiv den Spielspaß reduziert.

Gab es bei euch Überlegungen wie bei Liquid eventuell einen Gang zurückzuschalten und auf die mentale Gesundheit zu schauen? Oder wart ihr noch fit und so gut unterwegs, dass das noch kein Thema war? Hätte es ein Thema werden können, wenn der Kerkermeister noch länger überlebt hätte?

Natürlich waren wir auch etwas erschöpft und müde während des Rennens. Wir haben aber so viele erfahrene Spieler, die schon etliche Rennen ausgetragen haben und unsere Jungspunde waren alle super motiviert und haben es sehr professionell durchgezogen. Wir waren alle super motiviert und sind im Laufe des Rennens immer besser geworden. Wir waren aber natürlich sehr froh als der Boss dann endlich gestorben ist.

Die Konkurrenz war dieses Mal insgesamt sehr stark. Gerade mit Liquid wart ihr oftmals gleich auf bei den Bossen. Dahinter folgten direkt SK Pieces, Skyline und Method. Wie gefällt es dir, dass so viele Gilden auf diesem absoluten Top-Niveau mitmischen? Erhöht das deine und eure Motivation?

Es ist natürlich sehr schön für den WoW eSport so viele Gilden und Organisationen mittlerweile dabei zu haben. Team Liquid ist aber um ehrlich zu sein mit Abstand unsere größte Motivation zu gewinnen. Die ganze EU vs. NA Rivalität motiviert sehr stark.

Wie hältst du eigentlich die Konzentration beim RWF über so einen langen Zeitraum aufrecht? Ihr raidet um die 16 Stunden pro Tag und das täglich. Da stelle ich mir eine gewisse Müdigkeit, Langeweile oder ähnliches nach einer Zeit vor.

Mir macht das Rennen einfach super Spaß und wenn man konstant guten Progress macht, ist die Motivation ein guter Helfer wach zu bleiben. Es gibt natürlich Momente wo man die Müdigkeit merkt, aber langweilig wird mir eigentlich nie. Wir haben eine gute Balance zwischen Versuchen, Taktikbesprechungen und Pausen und die meisten Spieler in unserer Gilde haben auch schon sehr viele Rennen hinter sich und sind diese Situation gewohnt.

Dieses Mal habt ihr euch alle in Hamburg in den RCADIA Studios zusammengefunden. Hilft euch das sehr beim Rennen im Vergleich dazu, wenn alle im „Home Office“ wären?

Ich glaube es ist für jeden Spieler unterschiedlich. Es gibt sehr extrovertierte Spieler in unserer Gilde wie mich, die es genießen mit ihren Mitspielern zusammen im gleichen Raum zu sitzen und davon nochmal mehr motiviert werden.

Es gibt aber auch Spieler, die es bevorzugen Zuhause zu spielen. Unsere Offiziere haben definitiv einen großen Vorteil miteinander einfach kommunizieren zu können und sich im echten Leben Taktiken und andere Dinge präsentieren zu können.

Geht ihr euch eigentlich manchmal in dieser Zeit auch auf die Nerven. Immerhin hängt ihr über einen längeren Zeitraum relativ eng aufeinander.

Hier und da gibt es Momente, an denen man sich auf die Nerven geht nach einem unnötigen Kommentar aber im Regelfall genießt man die Zeit mit seinen Gildenfreunden. Ich bin immer sehr glücklich meine Freunde aus der Gilde im echten Leben treffen zu können.

Wie hat dir insgesamt das Tuning im Mausoleum-Raid gefallen? Die richtige Mischung oder doch an manchen Stellen zu hart?

Meiner Meinung war das Tuning sehr gut. Gerne mehr von so schweren Schlachtzügen.

Halondrus als Boss 7 hat sich als echte Hürde herausgestellt. Wie fandest du es, dass es einen Blocker wie ihn gab und wie hat dir der Kampf an sich gefallen?

Ursprünglich hat mir Halondrus nicht so gut gefallen, aber mit der Zeit ist mir der Kampf echt ans Herz gewachsen. Ich fand die Schwierigkeitskurve im Raid gut. Ich kann aber nachvollziehen wenn Spieler sagen, dass es ein bisschen zu früh für so einen harten Boss im Schlachtzug war.

Hast du einen Lieblingsboss aus dem Raid? Welcher Kampf hat dir am meisten gefallen?

Ich fand Anduin und Rygelon super gut. Anduin hatte wirklich Endboss Vibes und viele coole Mechaniken und Phasen. Rygelon hatte ein klasse Tuning und das gesamte Konzept hat mir gut gefallen. Definitiv meine zwei Favoriten.

Der Kerkermeister ist bezwungen und ihr habt euch als Gilde den World First Kill gesichert. Was folgt nun? Gibt es eine Raidpause?

Wir werden wieder Gold farmen müssen um unsere Schulden zu begleichen und ansonsten werden wir den Raid wöchentlich für Ausrüstung und Reittiere abfarmen. Wir werden aber weniger Splitraids machen. Im Endeffekt alles wie immer im reduzierten Stil.

Wo würdest du den Raid Mausoleum der Ersten einordnen? Schafft er es in deine Top 3 oder Top 5 Raids aller Zeiten?

Das Mausoleum der Ersten war definitiv einer der besten Schlachtzüge der letzten Jahre. Vielleicht sogar der Beste. Definitiv keine Top 3 aber ich könnte ihn mir gut in der Top 5 vorstellen. Seit langer Zeit wieder ein wirklich gelungener Raid.

Was ist eigentlich dein bisher liebster Raid in WoW gewesen?

Der Thron des Donners und die Höllenfeuerzitadelle sind meine Lieblingsschlachtzüge.

Wie fällt dein Fazit zu Shadowlands insgesamt aus und was wünscht du dir für die nächste Erweiterung?

Ich war kein großer Fan von Shadowlands außerhalb der Raids. Ich wünsche mir besseres Klassendesign, Anpassungen zum Loot und mehr Instanzen während der Erweiterung. Die Liste generell ist lang und das Thema ein wenig zu tiefgründing um alles hier aufzulisten.

Wir danken an dieser Stelle nochmal Deepshades, dass er sich für uns Zeit genommen hat.

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